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Einblicke aus Gröna Lund

11:49 AM • Von Scott Fais

Die wichtigsten Lehren aus dem Jetline-Achterbahnunfall.

Dieses Foto der schwedischen Unfalluntersuchungsbehörde zeigt die Strecke zwischen den Jetline-Bremsen 1 und 2. Die rote gestrichelte Linie ist der Teil des Gleises, an dem es zu Schürfungen und den daraus resultierenden Schäden kam. Der Pfeil zeigt auf den verunglückten Zug unten rechts im Bild auf der gestrichelten Linie. Der Bahnhof und der Zug, der dort angehalten hat, sind am unteren Bildrand zu sehen: SHK

Im Juni veröffentlichte die schwedische Unfalluntersuchungsbehörde ihren abschließenden Untersuchungsbericht über den Unfall der Achterbahn Jetline im Vergnügungspark Gröna Lund im Jahr 2023. (Schwedens Nationale Unfalluntersuchungsbehörde [SHK] untersucht Unfälle und schwere Zwischenfälle unter Sicherheitsaspekten, unabhängig davon, ob sie sich zu Lande, zu Wasser oder in der Luft ereignen.)

Als vertrauenswürdige Quelle der globalen Attraktionsbranche für Nachrichten und Einblicke besuchte Funworld Gröna Lund in Stockholm, wenige Tage nachdem die SHK ihren Bericht veröffentlicht hatte, um eine Perspektive zu gewinnen und mitzuteilen, wie Attraktionen auf der ganzen Welt Änderungen einführen können, die einen ähnlichen Unfall verhindern.

Der Unfall

Die Jetline-Achterbahn wurde 1988 in Gröna Lund eröffnet. Die Bahn hat eine Länge von 800 Metern und eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Jeder Zug besteht aus sieben Waggons und hat eine Kapazität von 14 Fahrgästen.

Am Sonntag, den 25. Juni 2023, kam ein Zug mit 11 Fahrgästen abrupt zum Stehen, nachdem er etwa ein Drittel der Strecke zurückgelegt hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Jetline drei Züge in Betrieb (mit Zügen, die in einem Abstellgleisbereich standen).

SHK stellte fest, dass sich der Unfall ereignete, als der Tragarm (Radaufhängung) an der Vorderseite des Zuges brach. Die Teile des Tragarms - mit den Rädern auf beiden Seiten des Zuges - lösten sich vollständig und fielen ab. Dies führte zu einer starken Bremsung, da das Untergestell des Wagens in Richtung der Gleise fiel und gegen Gelenke im Gleisbau stieß. Durch die starke Bremsung wurden die Fahrgäste nach vorne gegen ihre Sicherheitsbügel geschleudert. Infolgedessen stürzten drei der Fahrgäste aus dem Wagen, wobei ein Fahrgast getötet und einer schwer verletzt wurde. Zwei der Fahrgäste, die im Zug sitzen blieben, erlitten schwere Verletzungen, während alle anderen leichte Verletzungen davontrugen.

Versagensursachen

In dem Bericht wurde ein Bruch des Stützarms festgestellt. Dieses Versagen war eine Folge "unzureichender Festigkeit" aufgrund von Mängeln an den Schweißverbindungen und des Fehlens eines wesentlichen Teils innerhalb der Rohrkonstruktion. Der ausgefallene Stützarm war einer von fünf, die von Gröna Lund bestellt und 2019 von einem Auftragnehmer hergestellt worden waren.

Die SKH schrieb in ihrer Untersuchung, dass der Unfall durch Mängel bei der Bestellung, Herstellung und mangelnde Prüfung der neuen Stützarme verursacht wurde. Unzureichende Kontrollen gewährleisteten die Verarbeitung nicht - sowohl während der Herstellung als auch vor dem Einbau der Tragarme in den Zug. Letztendlich kam der SHK-Bericht zu dem Schluss, dass die in Gröna Lund durchgeführten Arbeiten keinen ausreichenden Schutz vor Unfällen auf der Jetline boten. (Die Untersuchung deckte auch Mängel in den schwedischen Vorschriften für Fahrgeschäfte und eine unzureichende öffentliche Aufsicht auf). SHK richtete Sicherheitsempfehlungen an Gröna Lund, die Polizeibehörde, die schwedische Regierung und die IAAPA.

Vorbeugung und bewährte Praktiken

Aufgrund der Erfahrungen von Gröna Lund, der SHK-Untersuchung und der Änderungen, die seit Juni 2023 im Park vorgenommen wurden, bot CEO Jan Eriksson volle Transparenz, als er sich mit Funworld zusammensetzte, um Wege aufzuzeigen, wie Betreiber neue bewährte Praktiken einführen, Prozesse aktualisieren und Sicherheitsbedürfnisse besser antizipieren können - alles mit dem Ziel, Unfälle in Zukunft zu vermeiden.

Reisen für Inspektionen finanzieren

"Um ähnliche Situationen zu vermeiden, werden wir in Zukunft viel enger mit den Herstellern und mit unserem Prüfpartner DEKRA zusammenarbeiten." sagt Eriksson. Dazu gehört auch, dass wir Vertreter bitten, die Dokumentation zu prüfen und zu reisen, um den Herstellungsprozess zu inspizieren.

"Wenn man sich die Ersatzteile oder die Arbeiten ansieht, die seit dem Unfall an anderen Fahrgeschäften durchgeführt wurden, haben wir zusammen mit DEKRA einige Besuche vor Ort gemacht", sagt er. Eriksson empfiehlt Wartungsleitern, ein Budget für Reisen einzuplanen und ein Mitglied ihres Teams zu entsenden, um den Herstellungsprozess der Teile bei einem Lieferanten zu überprüfen.

Transparenz

Die SHK-Untersuchung ergab, dass der von Gröna Lund gewählte Lieferant - mit dem der Park 15 Jahre lang einen Vertrag abgeschlossen hatte - einen Drittanbieter mit Schweißarbeiten beauftragte. Eriksson sagt, dass dies ohne Rücksprache mit seinem Team geschah.

"Ohne uns zu informieren - das war sozusagen der erste große Fehler im Herstellungsprozess", sagt er. Anhand dieses Beispiels sagt er, dass Instandhaltungsleiter und ihre Auftragnehmer während des gesamten Produktionsprozesses einen kontinuierlichen Dialog aufrechterhalten müssen.

Offene Kommunikation

Eine Kultur der offenen Kommunikation - in der Fragen willkommen sind - ist von größter Bedeutung. Eriksson berichtet, dass der Drittlieferant interne Diskussionen geführt hat, in denen Unsicherheiten über die Fertigungszeichnungen von Jetline zum Ausdruck kamen, die 1988 von Schwarzkopf, dem Hersteller des Fahrgeschäfts, zur Verfügung gestellt wurden.

"Die Fragen wurden nie mit unserem Partner oder mit uns besprochen. Es blieb also bei dem Drittanbieter ... aber sie trafen eine Entscheidung - und leider die falsche", sagt er.

Für die Zukunft verspricht Eriksson, dass Gröna Lund "bei jedem Schritt des Weges viel besser informiert sein wird."

Korrekte Ausbildung und Zertifizierung

Die SHK-Untersuchung ergab auch, dass der Schweißer, der 2019 die Arbeiten an den Jetline-Tragarmen durchführte, nicht über die entsprechende Erfahrung oder die erforderliche Zertifizierung verfügte.

"Aber sie nahmen den Auftrag trotzdem an und sprachen die Unsicherheiten, die sie hatten, nie an, was katastrophal war", teilt Eriksson mit. Er rät den Verantwortlichen, sich die Zeit zu nehmen, um sicherzustellen, dass der von ihnen gewählte Lieferant über die nötige Bandbreite, Kompetenz und Erfahrung verfügt, um einen Auftrag sicher auszuführen.

"Ich würde empfehlen, die Inspektoren und das Ingenieurteam von Anfang an mit ins Boot zu holen", sagt er. Dazu gehört auch, alle Beteiligten zu einem Planungstreffen an einen Tisch zu bringen, bei dem das Wartungsteam für das Fahrgeschäft die kritischen Punkte, die erforderlichen Fähigkeiten und die Art der Tests ermitteln kann, mit denen die Risiken beseitigt werden können.

Dokumentation und Forschung

Eriksson betont auch, dass Attraktionen eine geordnete Dokumentation für jedes Fahrgeschäft erstellen müssen, in der alle Wartungsarbeiten, die Servicehistorie, mechanische Aktualisierungen, Inspektionen und Kontrollen aufgeführt sind.

"Angesichts des Unfalls haben wir natürlich alle unsere Lieferantenkontakte, unser gesamtes Ersatzteilwesen usw. durchgesehen, um sicherzustellen, dass wir nicht irgendwo anders einen ähnlichen Prozess durchlaufen haben", sagt er und erklärt gegenüber Funworld, dass kein anderes Fahrgeschäft in Gröna Lund eine ähnliche Geschichte wie Jetline hat.

Schlussfolgerung

Gröna Lund hat die Entscheidung getroffen, Jetline endgültig zu schließen. Das Fahrgeschäft soll nach der Saison 2024 abgebaut werden.


Dieser Originalbericht von IAAPA News erschien zuerst im IAAPA News Hub. Für weitere Geschichten und Videos über die globale Attraktionsbranche und um eine digitale Version des Funworld Magazins zu lesen, klicken Sie hier.


ABOVE: This Swedish Accident Investigation Authority photo shows the route between Jetline brakes 1 and 2. The red dotted line is the part of the track where scraping occurred and the resulting damage. The arrow points to the accident train at the bottom right of the image on the dotted line. The station and the train that stopped there are visible at the bottom of the picture. photo courtesy: SHK

Statement to IAAPA on Jan. 28, 2026

"It was a very tragic accident, and no one should ever have to go through something like this. Regardless of the legal proceedings, we feel a deep sense of responsibility for what happened and for what everybody involved in the accident has gone through. Safety will always be our top priority, and it has been important to us that the accident was thoroughly investigated, both by us and by the Swedish Accident Investigation Authority. Since the accident, we have implemented several changes to ensure that something similar will never happen again.

It has been important for everyone involved that this matter has now been examined from a legal standpoint. We have just received the District Court’s judgment and need to review it in its entirety. It is important for us to carefully analyze the court’s reasoning.”

Jan Eriksson
CEO, Gröna Lund

 

The Court Ruling, January 2026

The Stockholm District Court fined Gröna Lund on Jan. 28, 2026, in connection with the 2023 Jetliner roller coaster derailment that left one passenger dead and nine others injured. The court sited that an undercarriage support arm broke free under the first car of a train. This in return caused the dislodged support arm to hit several track joints, prompting an unexpected stop that ejected several riders.

The court found that Gröna Lund acted negligently in the ordering of newly manufactured support arms by including insufficient documentation. The court also said the theme park did not ensure that the work was done by a competent welder.

 

Swedish Accident Investigation Authority Releases Report, June 2024

In June of 2024, the Swedish Accident Investigation Authority published its final investigative report into the Jetline roller coaster accident at the Gröna Lund amusement park that occurred in 2023. (Sweden’s National Accident Investigation Board [SHK] investigates accidents and serious incidents from a safety perspective, whether they occur on land, at sea, or in the air.)

As the global attractions industry’s trusted source for news and insight, Funworld visited Gröna Lund in Stockholm days after SHK issued their report to gain perspective and share how attractions around the world can institute changes that will prevent a similar accident.

 

The Accident

The Jetline roller coaster opened at Gröna Lund in 1988. The ride track stretches 800 meters long with a maximum speed of 90 km per hour. Each train features seven cars and has a capacity of 14 passengers.

On Sunday, June 25, 2023, a train carrying 11 riders came to an abrupt stop after having traveled approximately one-third of the track. At the time, Jetline had three trains in operation (with trains sitting in a storage track area).

SHK determined the accident occurred when the carrying arm (wheel suspension) at the front of the train broke. The parts of the support arm—with the wheels on either side of the train—completely detached and fell off. This led to heavy braking as the underframe of the car dropped towards the track and began hitting joints in the track structure. The heavy braking forced passengers to be thrown forward against their safety bars. As a result, three of the passengers fell out of their car, resulting in one death and one serious injury. Two of the passengers who remained seated in the train sustained serious injuries, while all others endured minor injuries.

 

Causes of Failure

The report listed a fracture of the support arm occurred. This failure was a result of “insufficient strength,” due to deficiencies in the welded joints and the absence of an essential part inside the pipe structure. The support arm that failed was one of five ordered by Gröna Lund and manufactured by a contractor in 2019.

SHK wrote in their investigation the accident was caused by deficiencies in the ordering, manufacturing, and lack of inspection of the new support arms. Insufficient checks did not guarantee the workmanship—both during manufacturing and before the support arms were installed on the train. Ultimately, SHK’s report concluded the work carried out at Gröna Lund did not provide adequate safety against accidents on Jetline. (The investigation also revealed shortcomings in Sweden’s rules for amusement ride equipment and weak public supervision.) SHK made safety recommendations to Gröna Lund, the Police Authority, the Swedish Government, and IAAPA.
 

Prevention and Best Practices

Using the example of Gröna Lund’s experiences, SHK’s investigation, and the changes implemented at the park since June 2023, CEO Jan Eriksson offered full transparency when he sat down with Funworld to provide ways operators can implement new best-practices, update processes, and better anticipate safety needs—all with the goal of preventing accidents in the future.

 

Fund Travel for Inspection

“To avoid similar situations, going forward, we will be a lot closer to the manufacturers and together with DEKRA, our testing partner.” Eriksson says. This includes asking representatives to review documentation and to travel to inspect the fabricating process.

“If you look at the spare parts or the work that’s been done on other rides since the accident, we’ve done quite a few on-site visits together with DEKRA,” he says. Eriksson recommends maintenance leaders include a budget for travel and send a member of their team to inspect the part-making process at a vendor’s location.
 

Transparency

The SHK investigation revealed that Gröna Lund’s chosen supplier—one which the park contracted with for 15 years—used a third-party supplier to complete welding work. Eriksson says this act was done without consulting his team.

“Without informing us—that was sort of the first big mistake in the manufacturing process,” he says. Using this example, he says maintenance leaders and their con­tractors need to maintain a continuous dialogue through the production process.
 

Open Communication

A culture of open communication—where questions are welcomed—is paramount. Eriksson says the third-party supplier had internal discussions that expressed uncertainties about Jetline’s manufacturing drawings, provided by Schwarzkopf, the ride’s maker in 1988.

“[Their questions] were never aired with our partner—or with us. So, it stayed within the third-party supplier … but, they made a choice—and unfortunately—they made the wrong choice,” he says.

Moving forward, Eriksson promises Gröna Lund will remain “much more in the loop in every step of the way.”
 

Proper Training and Certification

The SHK investigation also found that the welder who performed the work on Jetline’s carrier arms in 2019 did not have the proper experience or the needed certification.

“But they still accepted the job and never aired the uncertainties that they had, which was catastrophic,” Eriksson shares. He urges attraction leaders take time to ensure their chosen vendor has the bandwidth, skill, and proficiency to complete an order safely.

“I’d recommend having the inspectors and the engineering team on board from the beginning,” he says. This includes bringing all parties to the table for a planning meeting where a ride maintenance team can identify the critical points, needed skill sets, and what type of testing could eliminate risks.
 

Documentation and Research

Eriksson also stresses that attractions need to develop organized documentation for each ride—listing all maintenance, service history, mechanical updates, inspections, and controls.

“In the light of the accident, of course, we’ve looked through all of our supplier contacts, all of our spare parts handling, etc., going back a couple of years to make sure that we haven’t had a similar process somewhere else along the line,” he says, explaining to Funworld that no other ride at Gröna Lund has a parallel history to Jetline.
 

Conclusion

Gröna Lund made the decision to permanently shutter Jetline. The ride is scheduled to be dismantled following the 2024 season.
 

 

Für Medienanfragen oder weitere Informationen besuchen Sie bitte den Presseraum oder schicken eine E-Mail an [email protected]

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