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Die Kraft der Ko-Kreation nutzen

12:59 PM • Von Juliana Gilling

Designer und Erlebnisgestalter diskutieren, wie Co-Creation die Zukunft der Erlebnisunterhaltung beeinflussen könnte

Von links nach rechts: Daniel Kerscher, Heather Doggett und Louis Alfieri teilen sich die Bühne während einer IAAPA Expo Europe EDUSession über Co-Creation.

Co-Creation ist die Idee, dass Organisationen innovativer und inklusiver sein können, wenn sie mit den Verbrauchern arbeiten, anstatt für sie. Die IAAPA Expo Europe widmete eine EDUSession der Frage, wie Attraktionen die Co-Creation in der Erlebnisunterhaltung nutzen können, um das Publikum von passiven Beobachtern in aktive Teilnehmer zu verwandeln.

Louis Alfieri, Principal und Chief Creative Officer von Raven Sun Creative, begann mit einer Definition von Co-Creation. "Es geht darum, das Publikum - in der Regel Kunden oder Mitarbeiter - einzuladen, sich mit Ihnen an der Gestaltung oder Lösung eines Problems, eines Produkts, einer Kreation oder einer Interaktion zu beteiligen, die zu etwas führt, das sie selbst geschaffen haben, zu etwas, das Ihre Marke schaffen kann, oder zu etwas, das eine Lösung darstellt oder eine Veränderung in der Welt bewirkt."

Heather Doggett, Gründerin und CEO von Immerse Universe, ist der Meinung, dass Co-Creation "unsere Branche dazu bringen könnte, relevanter, ansprechender und unterhaltsamer zu werden." Nach Ansicht von Kreativdirektor Daniel Kerscher, der seit 22 Jahren in der Freizeitparkbranche tätig ist, kann Co-Creation die Gespräche von Projektteams zu Beginn einer kreativen Entwicklung verändern. "Co-Creation kann neue Ideen und Perspektiven liefern und das Erlebnis verbessern", sagt er.

Beispiele für Co-Creation

Auf dem Podium wurde eine Fülle von Co-Creation-Beispielen vorgestellt. Im kommenden teamLab Phenomena Abu Dhabi wird sich das Kunstwerk durch die Interaktion der Gäste endlos verändern. Im Einzelhandel ist LEGO Ideas eine Website, auf der LEGO Fans ihre Kreationen vorstellen können. In einer öffentlichen Abstimmung werden die Gewinner ermittelt, deren LEGO Sets dann Wirklichkeit werden. Das Droiden-Depot im Walt Disney World Resort ermöglicht es den Gästen, ihre eigenen Droiden zusammenzubauen.

Museen beziehen ihre Gemeinden in die Gestaltung von Ausstellungen und Veranstaltungen ein. Alfieri arbeitet an Turning Point, einem immersiven Kunstprojekt, das Künstler, Wissenschaftler, Programmierer, Aktivisten und die Öffentlichkeit mit experimentellen Interventionen verbindet, um einen positiven sozialen Wandel anzuregen. Kerscher hat an der Minecraft-Version des Europa-Parks gearbeitet, die es den Menschen ermöglicht, den Park ihrer Träume in ihrem eigenen Zuhause zu errichten.

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Alfieri ist der Meinung, dass Co-Creation die Form einer Geschichte verändern kann und mehr Freiheiten zulässt. Neue Technologien wie künstliche Intelligenz und Game-Engines könnten diese Entwicklung erleichtern.

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Risiken und Belohnungen

Die Ko-Kreation könnte spannende Möglichkeiten eröffnen. Allerdings gibt es einen wichtigen Vorbehalt. Attraktionen, die sich auf Co-Creation einlassen, müssen möglicherweise einige ihrer Erwartungen an die Ergebnisse aufgeben. "Der größte Schlüssel zum Erfolg eines gemeinsam gestalteten Projekts liegt darin, als Designer oder Eigentümer flexibel zu sein, wenn es darum geht, wie es am Ende aussehen wird", sagt Doggett. Sie ist der Meinung, dass Kunden wissen müssen, wie sie das mit ihrer Marke verbundene Risiko kontrollieren und Leitplanken setzen können, um Projekte auf Kurs zu halten. "Sie müssen wissen, wie viel Risiko ihre Marke verkraften kann."

Eine Möglichkeit, dies zu tun, ist die Mäßigung. Doggett nannte das Beispiel der digitalen Poesiewand Blue Waters im National Aquarium. Das Projektteam traf eine Vorauswahl von Wörtern, mit denen die Besucher Gedichte für die Anzeige schreiben konnten, um unangemessene Kompositionen zu vermeiden.

"Wenn Sie bereit sind, gemeinsam mit Ihrem Publikum etwas zu schaffen, ist dies eine Einstellung, die Sie während des Entwurfs- und Bauprozesses und der Bewertung überprüfen. Und es ist eine Einstellung, die Ihr gesamtes Team übernehmen muss, auch wenn es ein wenig beängstigend wird", sagt Doggett.

"Es geht darum, Vertrauen zu schaffen", erklärt Alfieri. "Projektleiter müssen eine Gemeinschaft und einen Dialog mit ihrem Publikum aufbauen."

Die Belohnung für Unternehmen, die die Führung übernehmen, könnte groß sein. Die aktive Beteiligung des Publikums könnte eine Veranstaltung oder einen Park in mehr als nur eine vorgefertigte Attraktion verwandeln. Indem sie ihre Kreativität, ihre Entscheidungen und ihre Energie einbringen, können die Besucher die Umgebung gestalten und jedes Erlebnis persönlich und einzigartig machen. Co-Creation kann auch die Beziehung zwischen Marken und Publikum vertiefen, die Markentreue stärken und Erlebnisse schaffen, die in den jeweiligen Gemeinschaften Anklang finden.

Tipps für den Erfolg

Gehen Sie an die Co-Creation mit der Einstellung eines Lernenden heran

  • Ergebnisse definieren
  • Das Team vorbereiten
  • Bestimmen Sie das Risiko und die Komfortstufe
  • Gemeinschaften einbinden, Vertrauen aufbauen und auf ihre Bedürfnisse eingehen
  • Partner finden
  • Bereit sein, Kompromisse einzugehen
  • Leitplanken einbauen
  • Erfolge, Herausforderungen und Misserfolge auswerten
  • Schnell experimentieren und anpassen
  • Das Spiel und die Selbstentfaltung fördern
  • Indem man den Gästen die Möglichkeit gibt, kreativ zu sein, können Attraktionen emotionale Verbindungen und bleibende Erinnerungen fördern.
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Juliana Gilling

Juliana, die Redakteurin von Funworld, berichtet seit 1994 über die weltweite Attraktionsbranche. Sie berichtet für Funworld und den IAAPA News Hub über innovative Menschen, Projekte und Neuerungen. Juliana lebt in Großbritannien, wo sie als freiberufliche Autorin tätig ist. Kontaktieren Sie sie auf LinkedIn.

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